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Eine schriftliche Bewerbung in Spanien


von Andavida
25.12.2003, aktualisiert am 25.12.2003, 14:55 Uhr


Stimmenanzahl: 28 - Durchschnittliche Wertung: 4.57 ()


Die schriftlichen Bewerbungen in Spanien unterscheiden sich um einiges von den gewohnten dicken Bewerbungsmappen in Deutschland. Wird dort viel Wert auf das Anschreiben und die Zeugnisse gelegt, beschränkt man sich in Spanien im wesentlichen auf den Lebenslauf. In Spanien ist der persönliche Kontakt von größerer Bedeutung.

Man kann also ein kurzes Anschreiben zum Lebenslauf beifügen, muss man aber nicht. Es ist auch durchaus üblich seinen Lebenslauf per Fax oder email zu schicken anstatt auf dem Postweg. Weitere Unterlagen wie Referenzen und Zeugnisse sollten im Original oder besser als beglaubigte Übersetzungen erst zum Vorstellungsgespräch mitgebracht werden. Benötigt werden selbst dann nicht unbedingt. In Spanien ist es üblich Kurzbewerbungen in großer Zahl zu verschicken. In der Regel werden die Unterlagen nicht zurückgeschickt. Auch sollte man bei Desinteresse von Seiten des Unternehmens nicht mit einer Absage rechnen. Es wird einfach nicht auf die eingesandte Bewerbung reagiert. Man sollte sich also Zeit und Kosten sparen und nur den Lebenslauf einreichen.

Fügt man doch ein Bewerbungsschreiben bei, unterscheidet es sich inhaltlich nicht wesentlich von dem in Deutschland. Man sollte sich auf die Stellenanzeige beziehen und anschließend seine Motivation für die Bewerbung darlegen. Auch sollte der Bewerber die wichtigsten Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle schildern.


Die Ausbildung hat keinen so hohen Stellenwert

Es gibt in Spanien keine fest vorgeschriebene Form des Lebenslaufs. Es wird normalerweise die tabellarische Form vom Bewerber gewählt. Auch in Spanien sollte ein Lebenslauf auf den ersten Blick überzeugen. Die Tabelle ist daher eine sehr übersichtliche Variante. Außerdem können bei der stichwortartigen Gestaltung nicht ganz perfekte Spanischkenntnisse gut verdeckt bleiben, was bei einem ausformulierten Lebenslauf weitaus schwieriger ist. Wie in Deutschland muss der Lebenslauf mit Datum versehen und unterschrieben werden. Ein Foto muss nicht beigefügt werden, ist allerdings üblich. Das Foto sollte in Passfotogröße oder kleiner sein. Auf die Qualität wird in Spanien nicht so sehr geachtet. Wenn man ein Foto nimmt, das man in Deutschland auch nehmen würde macht man nichts falsch. Auch in Deutschland fügt man kein Urlaubsfoto bei. Der Lebenslauf sollte vom persönlichen Berufsziel angeführt sein. Das Ziel sollte dabei nicht zu hochgesteckt und zu ehrgeizig sein. Da in Spanien die Berufsausbildung keinen so hohen Stellenwert hat, sollte man nach dem Ziel mit seiner letzten Tätigkeit fortfahren und anschließend zeitlich zurückgehen, um dann separat die Ausbildung aufzuführen.

Ein Lebenslauf sollte in Spanien folgendes beinhalten:
  • Angaben zur Person (Name, Adresse, Telefonnummer, Nummer des Ausweises, Geburtsdatum und -ort, Nationalität, Familienstand, Kinderzahl und -alter. Eine Religionszugehörigkeit wird nicht aufgeführt.)
  • Berufsziel
  • Berufspraktische Erfahrungen (Chronologisch, hierbei wichtig sind konkrete Aussagen zu den Tätigkeiten, Erfolgen und Verantwortlichkeiten.)
  • Ausbildung (Ausbildungsabschlüsse müssen unbedingt den gleichwertigen spanischen Bezeichnungen entsprechen, Noten sind nicht wichtig.)
  • Sprachkenntnisse (gliedert man nach "muy bien", "bien" oder "regular", hier kann man je nach angestrebter Tätigkeit zwischen "hablado“ (gesprochen) und "escrito“ (geschrieben) unterscheiden.)
  • PC-Kenntnisse
  • Referenzen
Hobbys, Weiterbildungen oder ähnliches sind in Spanien nicht so wichtig, sollten aber in jedem Falle bei einem Bezug auf die ausgeschriebene Stelle erwähnt werden.


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