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Cabra – Landwirtschaftliche Nutzung


von Felix Boller
01.02.2004, aktualisiert am 01.02.2004, 14:24 Uhr


Stimmenanzahl: 3 - Durchschnittliche Wertung: 4.67 ()


Cabra liegt als kleines Dorf mit einigen hundert Einwohnern am Fuße eines 1200 m hohen Berges der nördlichen Kalkketten der Betischen Kordillere. Dann läuft das Gelände mit sanften Hügeln in Niederandalusien aus. Nach Norden geht die Landschaft in Olivenhaine über, die alle Molassehügel bedecken, bevor dann die bewässerte Talniederung des Guadalquivir kommt. Nach Norden steigen dann die Berge allmählich höher an. Die Sierra hinter Cabra erhält etwas mehr Niederschläge als Niederandalusien. Ein komplexes Karstsystem führt dazu, dass hinter dem Dorf zwei Quellen das ganze Jahr über Wasser führen. Hier entstand urkundlich nachgewiesen, schon in westgotischer Zeit ein Dorf. Es war dann sehr lange arabisch, bis es irgendwann zwischen 1212 und 1492 von den Christen erobert wurde. Da es sich in coupiertem Gelände in Bergen befindet und lange arabisch war, wurde es von christlichen Bauern übernommen und nie als Großgrundbesitz an einen adligen Streiter der Reconquista abgegeben. Das Dorf besitzt von allem, was man für die Subsistenz braucht: bewässerte Gärten, Olivenhaine, Reben und Weideland in der Sierra. Es fehlen allerdings die Getreidefelder, die möglich wären. Aber vermutlich brachte das Olivenöl besseren Ertrag, so dass man auf eine vollständige Subsistenz verzichtete. Die Eigenproduktion von Olivenöl ist längst vorbei. Man findet nur noch Spuren eigener Ölmühlen. Nach einer Krise mit Abwanderung in den sechziger und siebziger Jahren hat sich die Einwohnerzahl stabilisiert. Die Landwirtschaft hat in der kleineren Gemeinschaft prozentual wieder eine höhere Bedeutung erhalten. Der Tourismus hat einen neuen Markt für Salat, Kartoffeln und Gemüse aus den bewässerten Feldern ermöglicht. Heute arbeiten nur noch wenige Familien in der Landwirtschaft. Für sie ist der Anbau von Produkten interessant, die in tiefer gelegenen Bewässerungsfelder nicht so gut gedeihen. Man kann hier pro Jahr vier bis fünf Mal anbauen. Man hat sich spezialisiert auf Frühkartoffeln, Karotten und Lattichsalat. Die aktiveren Bauern kauften sich einen kleinen Kombi und beliefern damit direkt Stadtmärkte und Hotels, z.T. bis an die zwei Fahrstunden entfernte Küste.

Wenn genügend bewässerte Fläche zur Verfügung steht, kann man diesen Prozess in verschiedenen Dörfern feststellen. Zuerst erfolgt eine Krise nach der Umstellung von Subsistenz auf Marktwirtschaft, weil dann nur noch wenige Familien ernährt werden können. Es erfolgt eine Bereinigung durch Abwanderung. Dadurch können durch Pacht und Kauf die verbleibenden Bauernhöfe vergrössert werden. In der kleineren Population haben dann diese wieder rentierenden Bauerbetriebe einen relativ höheren Stellenwert. Der primäre Sektor trägt wieder mehr zum Erwerb der Dorfgemeinschaft bei. In Cabra gibt es noch einige Gewerbebetriebe wie etwa Schreinerei Zimmerei, mechanische Werkstätte für Agrargeräte und einen Kleintransportunternehmer.




Kommentare zu diesem Artikel

Am 28.04.2006 schrieb Henrik
Ich find es sehr gut was dort machen
Am 28.04.2006 schrieb Henrik
es ist sehr interesant
Am 17.05.2005 schrieb klaus hinzelmann
sehr schön geschrieben

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