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Ein Progrom im neuen Jahrtausend


von Felix Boller
01.02.2004, aktualisiert am 01.02.2004, 14:29 Uhr


Stimmenanzahl: 7 - Durchschnittliche Wertung: 4.29 ()


Ende Januar 2000 tötet ein marokkanischer Hilsarbeiter zwei Gemüsebauern von El Ejido in einem Nachbarschaftsstreit. Das Bürgermeisteramt ruft zu einer Demonstration auf, die noch ohne Gewalttaten verläuft. Am 5. Februar bringt ein geistesgestörter Marokkaner eine 26jährige Spanierin um. Der Funke zündet. Drei Tage lang zieht eine Menschenmasse durch El Ejido und die angrenzenden Elendsviertel der marokkanischen Hilfsarbeiter. Strassen werden blockiert, Hilfsbehausungen angezündet und Leute mit brauner Hautfarbe zusammengeschlagen. Bars und Läden werden kurz und klein geschlagen. Die Polizei beobachtet, greift aber nicht ein, da sie vom rechtsextremen Bürgermeister dazu aufgerufen worden war. Marokkaner, die die Polizei um Geleitschutz bitten, werden abgewiesen. Erst Tage später kann die Einsatzpolizei aus dem Norden des Landes die Ruhe wieder herstellen.
Es grenzt an ein Wunder, dass es keine Tote gab: 60 Verletzte, Hunderte obdachloser Einwanderer, Dutzende verwüsteter Geschäfte und zerstörter Büros von Menschenrechtsorganisationen.
Erschreckend war auch, dass plötzlich rassistische Guerillaverbände da waren mit Stöcken etc. bewaffnet, straff organisiert und gewalttätig.


Kommentare zu diesem Artikel

Am 25.05.2005 schrieb Folker Pfennig
Lieber Felix Boller,
ohne in den Verdacht geraten zu wollen, Ihnen Spam zu liefern, kann ich nicht umhin, leise mit dem Kopf zu schütteln, wenn ich Ihren Artikel lese! - Es ist naiv, anzunehmen, daß derartige "Vorfälle" in Spanien, das ja bekanntlich einen Teil Marokkos als Kolonialmacht okkupiert hatte, nicht vorkommen können. - Eine andere Kolonialmacht, nämlich Großbritannien, hat schon früh unter derartigen Rassenkrawallen zu leiden gehabt. Ich denke dabei an die Stadt Birmingham im Jahre 1985! - Von Nachteil ist es für Spanien, dass es Marokko quasi vor der Haustür hat und jährlich Hunderte von Marokkanern illegal eingeschleust werden. Da werden leicht rassistische Reaktionen wach gerufen. - Sollten Sie, lieber Herr Boller, ein Deutscher sein, so dürfen Sie sich über derartige "Vorfälle" kein Urteil erlauben, schon gar nicht global im Internet. Ich werde mich hüten, Ihren Artikel in irgendeiner Form zu bewerten.
In diesem Sinne
F.P.

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