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Frühe Ansätze des Tourismus in Andalusien


von Felix Boller
01.02.2004, aktualisiert am 01.02.2004, 14:41 Uhr


Stimmenanzahl: 5 - Durchschnittliche Wertung: 4.00 ()


Neben den bekannten Anziehungspunkten(Sonne Sand, Meer, ...) ist das Bild, das sich in den Herkunftsländern der Touristen über die Bestimmungsregion geprägt hat, sehr wesentlich. Zum Meer und zur Sonne gehört immer noch eine exotische Kulisse. In Andalusien sind zwei Voraussetzungen gegeben, dass die Landschaft und ihre Leute schon bekannt waren, bevor der große Massentourismus in den sechziger Jahren begann. In der spärlichen Reiseliteratur des 18. Jh. schon tritt Andalusien auf und zwar im Zusammenhang mit dem Bild der heldenhaften Räuberhäuptlinge und den sagenhaft reichen Großgrundbesitzern mit ihren Gehöften, der Pferdezucht, den schönen Kostümen, den Ferias, etc. (Es gab in der Betischen Kordiller, in den Provinzen Malaga, Granada und Almeria tatsächlich Räuber , Schmuggler und Piratenbanden. Es waren aber wohl nicht die stolzen Helden der Novellen, sondern eher verarmte, verlumpte Gestalten aus kleinen, hungernden Bergnestern.) Die Romantiker des 19. Jh. suchen, außerhalb des schon erschlossenen und industrialisierten Mitteleuropas und Englands nach ursprünglichen Landschaften und wilden Menschen. Sie reisen durch Andalusien, suchen Abenteuer und finden sie auch nicht mehr, aber schreiben romantisch verklärt über das Zauberland am Rande Europas. Vor allem in England herrscht im Volke noch stark dieses Bild Andalusiens: Siesta, Fiesta, Flamenco, Zigeuner, Feria, reiche Pferdezüchter, Räuberbanden, etc. Aber kaum ein anderes europäisches Volk will der Mitteleuropäer so viel wissen über das besonders exotische Verhalten der stolzen und schönen Südspanier mit ihrer richtigen Portion arabischen Blutes (die Mandelaugen ... und die Frauen erst von Cordoba). Dieses romantisch verklärte, zu 90% falsche Bild hält sich hartnäckig und wird von den Reisebüros und der spanischen Fremdenverkehrszentrale noch weiter gepflegt. Aufgrund der besonderen klimatischen Verhältnisse begann schon im frühen 19. Jh. ein gewisser Tourismus der reicheren Bürgerfamilien nach Huelva und Malaga. Es war aber vorwiegend Tourismus im Sinne einer Flucht vor dem kaltfeuchten Klima in Mitteleuropa während des Winters, nicht in den heißen Sommermonaten. Die beiden ersten Hotels von Marbella, dem mondänen Ort in der Nähe des internationalen Flughafens Malaga, stammen aus den dreißiger Jahren. Sie wurden dann allerdings, kaum eröffnet, von Weltwirtschaftskrise und Bürgerkrieg hart getroffen. Interessant ist, dass in diesen Schilderungen Andalusiens die größte Bevölkerungsschicht, der verarmte Landarbeiter kaum je erwähnt wird, obwohl ihre Probleme der Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung sehr alt sind. Die Großgrundbesitzungen bestehen seit der Römerzeit und sind seit der Reconquista in den gleichen Händen von Adelsgeschlechtern.


Kommentare zu diesem Artikel

Am 28.02.2008 schrieb vickbonbon
find i klasse, weiter so =D
viele seiten sind mir ne große hilfe gewesen...
dankeschön

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