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Die Entstehung des Tourismus an der Costa del Sol


von Felix Boller
01.02.2004, aktualisiert am 01.02.2004, 14:41 Uhr


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Der Tourismus ist überhaupt nicht autochthon, sondern ein koloniales Anhängsel einer Entwicklung bei uns. Die Entwicklung des Badetourismus an der Riviera und an der Costa Brava lässt sich noch recht gut mit der Nähe zum mitteleuropäischen Markt erklären, an der Costa del Sol oder an der Costa de la Luz ist dies schon schwieriger. Die Verhältnisse, die zum explosionsartigen Wachstum beitrugen, sind sehr komplex:

- Das romantisch abenteuerliche Bild Andalusiens in Mitteleuropa und England, die gewisse Berühmtheit, die Malaga und Huelva schon im 19. Jh. Genossen, die Nähe des Flughafens von Malaga im Falle der Costa del Sol, das wenig genutzte Hügel- und Küstengelände mit Sicht auf die See und günstigen Landpreisen und große, verfügbare Grundstücke von den reichen ab sentee landlords

- Die Nachfrage, die anfänglich eher über das Angebot hinausgingen und den ersten Investoren sagenhafte Gewinne einbrachten

- Verfügbares Kapital und Risikobereitschaft von deutschen, skandinavischen und französischen Personen und Firmen, einige wenige Spanier aus Madrid und dem Norden, die die Zeichen der Zeit auch erkannten. Dann auch die Initialzündung durch vertriebene Franzosen aus Algerien nach dem verlorenen Algerienkrieg.

- Die Ausweitung des Badebetriebs auf eine zweite, weiter entfernte Zone von Orten bei gewachsenem Wohlstand und größerer Zahl von Reisenden, noch keine Konkurrenz von neueren Orten, wie Marokko, Tunesien, Israel, Zypern, Südgriechenland.
Der unglaubliche Boom, den die Costa del Sol erlebte, verlief auf rein privatwirtschaftlicher Basis, ohne langfristige Konzepte des Staates, was dann auch zu vielen Mängeln führte. Aber gerade die Freiheit, die durch die Konzeptlosigkeit entstand, lockte viele Investoren an, die irgendwo Land kaufen konnten und beliebige Bauten aufstellen konnten mit den billigen Arbeitskräften aus den ländlichen Taglöhnerschicht ohne geregeltes Einkommen.




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