Allgemeines:
Andalusien ist wirtschaftlich gering entwickelt und gehört zu den Schlusslichtern unter den spanischen Regionen. Es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit.
Seit Jahren versucht man ausländische Investoren in diese Region zu ziehen. 30 % der Subventionsgelder der Europäischen Gemeinschaft für Spanien gehen an Andalusien.
Die Weltausstellung 1992 in Sevilla sollte den Aufschwungtrend unterstützen. Die Küstengebiete wurden auf sanften Tourismus umgestellt, um die Umwelt zu schonen.
Ereignisse wie die Skiweltmeisterschaft in der Sierra Nevada haben Andalusien zu einem interessanten Reiseziel auch außerhalb der Sommersaison werden lassen.
Bodenschätze:
Wichtig sind der Abbau von Zink-, Zinn-, Blei-, Kupfer- und Eisenerzen. Andalusien liegt an dritter Stelle der eisenerzfördernden Regionen Spaniens. Silber-, Mangan- und Uranerze werden in der Sierra Morena gefördert. Die kupferhaltigen Schwefelkieslagerstätten in den Provinzen Huelva und Sevilla sind von besonderer Bedeutung; einen hohen internationalen Stellenwert hat das Gebiet Río Tinto inne.
Industrie:
Die Industrie Andalusiens ist immer noch relativ gering entwickelt. Die Seesalzförderung und die Aufbereitung bergbaulicher Förderung haben allerdings lange Traditionen. Seit 1996 werden andere Industriezweige vermehrt ausgebaut und genutzt.
Sevilla ist das industrielle Zentrum Andalusiens. Dort sind auch Industrien der hafenabhängigen Hüttenwerke und Metallverarbeitung ansässig. Überhaupt ist Sevilla ein wichtiger Exporthafen für Agrargüter und Importhafen zur Versorgung der gesamten Wirtschaft der Region.
Fremdenverkehr:
Der Fremdenverkehr ist in Andalusien auf Grund der guten Küstenlage sehr stark entwickelt. Die Costa del Sol entwickelte sich wegen ihrem milden Klima zum absoluten Touristenmagnet Spaniens. Die Costa de la Luz stand lange Zeit in ihrem Schatten. Beiderseits der Großstadt Málaga liegen die berühmten Fremdenverkehrszentren wie z. B. Torremolinos oder Roquetas. Neue Sport- bzw. Yachthäfen haben den Weg für den Exklusiv-Tourismus geebnet.
Die Entwicklung des Tourismus an den Küsten Andalusiens löste eine Abwanderung vom Binnenland zur Küste aus. Die unkontrollierte Bebauung drohte das ökologische Gleichgewicht zu zerstören. Die Folge war die Verabschiedung des Ley de Costa, welches untersagt 100 m vom Strand und 1 km von einer Flussmündung entfernt zu bauen.
Die wirtschaftliche Zukunft Andalusiens ist von der Durchsetzung eines umweltfreundlichen Fremdenverkehrs abhängig. Die Bebauung der Küstenregion muss unter Kontrolle bleiben.
1990 sperrte die EU noch dreißig Strände wegen schlechter Wasserqualität, so gab es 1997 gar keine Verbote mehr. 63 Strände erhielten die blaue Fahne für sauberes Wasser und gute Infrastruktur.
Perspektiven:
Wegen seiner günstigen klimatischen und landschaftlichen Bedingungen eignet sich Andalusien besonders für die Erprobung von Solar- und Windenergie.
Der EU-Binnenmarkt ist die Chance für Andalusien. Neue Ansätze in der Umstrukturierung der Landwirtschaft lassen die Bevölkerung hoffen.
Die Weltausstellung in Sevilla hat wirtschaftlichen Aufschwung nach Andalusien gebracht und die Infrastruktur nachhaltig verbessert. Die aufwendigen Bauten wurden für den Technologiepark `Cartuja `93 ´ und den Vergnügungspark `Isla Mágica´ weiterverwendet.
Kommentare zu diesem Artikel
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare abgegeben
Diesen Artikel bewerten
Bitte bewerten Sie diesen Artikel. Ein langer Balken steht für "sehr gut", ein kurzer für "schlecht".